Artsy Shot: Seeing more clearly, understanding more deeply.
Dieser Text dient der Aufklärung und Schadensminimierung. Er ist keine Empfehlung, Aufforderung oder Anleitung – schon gar nicht zum Konsum. Bei neuen Research Chemicals gilt ganz besonders: Die Datenlage ist dünn, die Risiken real, die Rechtslage dynamisch.
Executive Summary
1Fe-LSD und 1BP-LSD sind die neuen Derivate am legalen LSD-Himmel. Zwei Derivate auf einmal gab es noch nie, das führt zu Verunsicherung in der Community, die wir mit Hilfe dieses Artikels hoffentlich etwas abschwächen können. Der Hauptunterschied liegt nicht im „Ziel“ (das uns wohl allen bekannt sein sollte), sondern im „Weg“: 1Fe-LSD trägt einen Ferrocen-Rest (Eisen), 1BP-LSD einen borhaltigen (Boronat-)Rest. Für beide fehlen robuste Human-Daten zu Pharmakokinetik, Metaboliten und Langzeitrisiken; die größten Unsicherheiten betreffen daher Abspaltprodukte, Reinheit, Analytik und Rechtsdynamik. Alles was Du wissen solltest, findest Du nun hier.
In den letzten Jahren war das Muster bei LSD-Derivaten meist simpel: Ein Derivat verschwand, das nächste tauchte als Nachfolger auf. Nach dem Wegfall von 1S-LSD Ende 2025 ist die Lage ungewohnt: Zwei neue Kandidaten stehen parallel im Raum – 1Fe-LSD und 1BP-LSD. Das führt zu Verwirrung, Debatten und teils widersprüchlichen Behauptungen.
Wir haben deshalb versucht, alle aktuell verfügbaren Informationen (chemische Einordnung, plausibler Prodrug-Mechanismus, bekannte/unklare Risikofaktoren, rechtliche Einordnung als Momentaufnahme sowie Community-Beobachtungen) so zusammenzuführen, dass Ihr im Club eine informierte, selbstbestimmte Entscheidung treffen könnt – ohne Marketing-Brille, ohne Panikmache, ohne falsche Gewissheiten. Wichtig dabei: Bei neuen Research Chemicals ist „plausibel“ nicht gleich „bewiesen“. Wir trennen daher konsequent und bestmöglich zwischen Wissen, gut begründeter Annahme und offener Frage.
☝🏻 Disclaimer: Bitte beachte unbedingt unsere Risikohinweise.
Warum plötzlich zwei neue Derivate auftauchen (1Fe-LSD und 1-BP-LSD)
Nach der Aufnahme von 1S-LSD in die Anlage des NpSG (Deutschland) Ende 2025 verschob sich der Markt weg von „klassischen“ 1-Acyl-Varianten hin zu strukturellen Tricks, die nicht nur längere Kohlenstoffketten anhängen, sondern neue funktionelle Gruppen ins Molekül bringen.
Das Ergebnis (Stand Januar 2026): Zwei Kandidaten, die nun die Nachfolge antreten, werden nun diskutiert:
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1Fe-LSD = 1-(Ferrocenecarbonyl)-LSD (organometallischer Ferrocen-Rest, enthält Eisen)
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1BP-LSD = 1-(3-(Tetramethyldioxaborolan)propionyl)-LSD (Boronat/Bor-Gruppe im Acylrest)
Wichtig, weil es dauernd verwechselt wird: 1BP-LSD ist nicht einfach „1B-LSD“.
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1B-LSD = 1-butanoyl-LSD (reiner Kohlenstoff-Acylrest)
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1BP-LSD = boronat-haltiger Acylrest (chemisch deutlich „exotischer“)
Der gemeinsame Kern von 1BP-LSD und 1Fe-LSD
Bei vielen N¹-acylisierten Lysergamiden ist gut belegt: Sie binden selbst schlechter an die Zielrezeptoren und werden im Körper hydrolysiert – dabei entsteht LSD als aktiver Anteil.
Für 1Fe-LSD ist das Prodrug-Narrativ in der Szene und in der fachlichen Einordnung sehr dominant: erwartete Spaltung → LSD + Ferrocen-Carbonsäure-Derivat.
Für 1BP-LSD gilt analog: erwartete Spaltung → LSD + boronat-/borhaltiges Abspaltprodukt (welches genau, hängt von der tatsächlichen Metabolisierung ab).
Radikal ehrlich: „Prodrug-plausibel“ ist nicht dasselbe wie „klinisch bestätigt“. Für beide fehlen öffentlich zugängliche, robuste Human-PK/Tox-Datensätze, wie man sie sich wünschen würde – das war bei allen vorherigen Derivaten auch schon so, auf Grund der komplexeren Gestaltung der neuen Derivate, nun aber eben noch wünschenswerter.
Chemie in einem Satz: Was ist der echte Unterschied der neuen LSD-Derivate?
Die Unterschiede liegen nicht im „Ziel“ (dies sollte uns allen bekannt sein), sondern im Weg dorthin:
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1Fe-LSD trägt eine Ferrocenecarbonyl-Gruppe (organometallisch, enthält Fe).
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1BP-LSD trägt eine Boronat-Struktur (B-Chemie; potenziell andere Hydrolyse-/Abbaurouten als simple Alkyl-Acylreste).
Das ist toxikologisch genau der Punkt, der die Community spaltet: „neue Gruppen“ → neue Unbekannte.
Vergleich der Eckdaten von 1Fe-LSD und BP-LSD
| Merkmal | 1Fe-LSD | 1BP-LSD |
|---|---|---|
| Strukturtyp | N¹-acyl-Lysergamid mit Ferrocen | N¹-acyl-Lysergamid mit Boronat-Rest |
| Molmasse | ca. 536 g/mol | in Übersichten als schwerer als klassische 1-Acyl-Varianten geführt (boronat-Acylrest) |
| Kern-Unbekannte | Verhalten/Elimination des Ferrocen-Abspaltprodukts bei realen Menschen | Verhalten/Elimination des borhaltigen Abspaltprodukts; dazu Qualitäts-/Supply-Chain-Fragen |
| Optik | häufig orange Blotter/Pellets (Ferrocen-typisch) | keine „typische“ Farbe als Marker |
Sicherheit & Toxikologie: Was ist plausibel – und was ist Spekulation?
1) Was relativ gesichert ist (und trotzdem nicht „safe“ bedeutet)
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LSD selbst ist pharmakologisch gut beschrieben – inklusive psychischer Risiken (Panik, Dysphorie, Triggern latenter Psychosen etc.).
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Für N¹-acyl-Lysergamide ist das Prodrug-Prinzip in der Literatur generell stark gestützt.
Das reduziert aber nicht automatisch die Unsicherheit der Abspaltprodukte.
2) 1Fe-LSD: „Eisen im Kopf?“ – warum das Thema so aufgeladen ist
Warum die Sorge existiert: Ferrocen ist organometallisch; bei „Eisen“ gehen bei vielen sofort Alarmsirenen an (Oxidationsstress, Ablagerung, Neurodegeneration).
Was die nüchternere Gegenposition sagt: In Einordnungen wird argumentiert, dass (a) die theoretische Eisenmenge bei typischen Mengen im µg-Bereich liege und (b) das Abspaltprodukt eher polar sei und eher ausgeschieden werde.
Was man fairerweise dazusagen muss: Diese Argumente sind chemisch plausibel, ersetzen aber keine kontrollierten Human-Daten (Konzentrations-Zeit-Profile, Metaboliten-Identität, Gewebeverteilung).
3) 1BP-LSD: „Bor ist in der Medizin – also unkritisch?“ Leider zu kurz gedacht
Bor-Chemie ist in Arzneistoffen nicht exotisch – aber: Welche Bor-Spezies entsteht, wie reaktiv sie ist, wie schnell sie eliminiert wird und ob es individuelle Ausreißer gibt, ist ohne Daten schwer seriös zu bewerten.
Zusätzlich kommt hier – je nach Quelle/Marktsegment – oft ein zweiter Diskussionsstrang dazu: Vertrauen in Herstellung/Analytik/Transparenz (also weniger „Bor-Theorie“, mehr „Produktrealität“). Einige Community-Texte ordnen die Lage deshalb als „Grauzone mit Unsicherheiten“ ein.
Wie man die Entscheidung sinnvoll rahmt (ohne sich selbst was vorzumachen)
Statt „welches wirkt in der Forschung besser?“ (das ist ohnehin subjektiv) ist die erwachsenere Frage:
Achse A: Vertrauen in Produktqualität / Analytik
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Wer priorisiert: „möglichst nachvollziehbare Herkunft, möglichst konsistente Chargen“ → tendiert in Diskussionen oft zu 1Fe-LSD, weil der Hersteller als „bekannterer“ Player gerahmt wird.
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Wer priorisiert: „ich will auf keinen Fall Ferrocen/Eisen-Rest“ → schaut eher auf 1BP-LSD, nimmt dann aber die Bor-Unbekannte in Kauf.
Achse B: Toxikologische Bauchschmerzen
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1Fe-LSD: Angst vor „Metall-Rest“ vs. Gegenargument „mengenmäßig winzig + eher polar“
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1BP-LSD: weniger „Metall-Trigger“, dafür Fragezeichen bei borhaltigen Abspaltprodukten und je nach Marktsegment beim Qualitätsgefühl
Wenn man ehrlich ist, landet man bei: beide sind Wetten auf Plausibilität statt Beweise und die Entscheidung hängt von persönlichen Risikopräferenzen ab.
Harm-Reduction-Basics, die in 2026 wichtiger sind als früher (weil die Moleküle „neuer“ sind)
Ohne How-To, ohne Bezugsinfos – nur die Punkte, die real Schäden verhindern können:
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Nicht auf „µg“ verlassen. Die Derivate wirken verschieden stark – start low, go slow!
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Set & Setting schlagen in der Praxis Derivat-Unterschiede eigentlich immer – insbesondere bei Angst und Überforderung bei der Forschung!
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Keine Mischkonsum-Experimente, erst recht nicht mit Stimulanzien, Dissos oder MAO-wirksamen Substanzen.
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Psychische Vulnerabilität ernst nehmen (Panik, Derealisation, Trigger-Risiko). Bei entsprechender Vorgeschichte ist „einfach lassen“ die beste Schadensminimierung.
Outro
1Fe-LSD und 1BP-LSD tun beide, was von ihnen erwartet wird – aber sie unterscheiden sich in genau dem Teil, der 2026 das Risiko treibt: Abspaltprodukte + Datenlücken + Rechtsdynamik. 1Fe bringt den Ferrocen-Rest (mit gut erklärbarer, aber nicht endgültig bewiesener Entwarnungslogik), 1BP bringt Boronat-Chemie (pharmakologisch nicht per se „böse“, aber in diesem Kontext ebenfalls schlecht kartiert). Wer sich eine fundierte Entscheidung wünscht, sollte weniger auf Mythen und mehr auf 1) fundierte Informationen, die sich im Laufe der nächsten Monate noch ändern können und 2) persönliche psychische Risikofaktoren schauen – und akzeptieren, dass der Rest im Moment schlicht Ungewissheit ist.
FAQ – Häufige Fragen zum Vergleich von 1Fe-LSD und 1BP-LSD
Was ist 1Fe-LSD?
1Fe-LSD (oft auch 1-FE-LSD geschrieben) ist ein N¹-acylsubstituiertes Lysergamid. Am Indol-Stickstoff von LSD ist eine Ferrocenecarbonyl-Gruppe angehängt (Ferrocen = organometallischer Rest mit Eisen). In der Diskussion wird 1Fe-LSD überwiegend als Prodrug eingeordnet. In der Forschung soll es hauptsächlich zu LSD und einem ferrocenbasierten Abspaltprodukt gespalten werden.
Was ist 1BP-LSD?
1BP-LSD ist ebenfalls ein N¹-acylsubstituiertes Lysergamid, bei dem der angehängte Rest borhaltig ist (häufig als Boronat-/Bor-Gruppe beschrieben). Auch 1BP-LSD wird meist als Prodrug-Kandidat betrachtet: Die erwartete Hauptforschungswirkung entsteht vermutlich vor allem durch die Freisetzung von LSD – plus einem borhaltigen Abspaltprodukt, dessen Details toxikologisch weniger gut einzuordnen sind, weil direkte Daten fehlen.
Ist 1BP-LSD dasselbe wie 1B-LSD?
Nein. Das wird oft verwechselt.
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1B-LSD ist „1-butanoyl-LSD“ (klassischer Kohlenstoff-Acylrest).
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1BP-LSD bezieht sich auf einen borhaltigen (Boronat-)Rest und ist chemisch eine andere Kategorie.
Für die Einordnung ist das wichtig, weil borhaltige Abspaltprodukte andere Eigenschaften haben können als reine Kohlenstoffketten.
Was ist der Unterschied zwischen 1Fe-LSD und 1BP-LSD?
Der Kernunterschied liegt in der chemischen Gruppe, die an LSD angehängt ist – und damit in den Abspaltprodukten:
- 1Fe-LSD: Ferrocen-Rest (enthält Eisen)
- 1BP-LSD: borhaltiger Rest (Boronat/Bor-Chemie)
Wenn beide überwiegend als LSD-Derivat wirken, wäre die „LSD-ähnliche“ Hauptforschungswirkung bei beiden ähnlich. Unterschiede (falls vorhanden) würden eher entstehen durch:
- Hydrolysegeschwindigkeit / Anfluten (wie schnell die Wirkung in der Forschung eintritt)
- Abspaltprodukt-Profil (was genau entsteht, wie lange es bleibt, wie es ausgeschieden wird)
- Qualität/Analytik/Herstellungs-Transparenz (produktabhängig, nicht theorieabhängig)
Sind 1Fe-LSD und 1BP-LSD sicher?
„Sicher“ kann man bei neuen Derivaten nie sagen, das war auch bei den Vorgängern nicht anders. Was man jedoch klar sagen kann:
- Für beide fehlen robuste Human-Daten (Pharmakokinetik, Metaboliten, kontrollierte Toxikologie, Langzeitdaten).
- Akute schwere körperliche Toxizität gilt in Diskussionen oft als nicht besonders wahrscheinlich bei sehr niedrigen Wirkstoffmengen – aber das ersetzt keine Daten.
- Die größten Unbekannten sind: Abspaltprodukte, mögliche Verunreinigungen, individuelle Risiko-Profile (v. a. psychisch) und die Rechtslage.
Warum wird bei 1Fe-LSD über „Eisen im Gehirn“ gesprochen?
Weil der Ferrocen-Rest ein Eisenatom enthält und „Eisen“ gedanklich schnell mit Oxidationsstress/Neurodegeneration verbunden wird. Die Gegenposition argumentiert häufig, dass die potenzielle Eisenmenge bei typischen Mengen im Mikrogramm-Bereich liege und das Abspaltprodukt eher polar sei und ausgeschieden werde. Entscheidend bleibt: Das sind plausible Argumente, aber ohne kontrollierte Daten bleibt es eine Unsicherheitszone.
Warum wird bei 1BP-LSD über Bor-Risiken gesprochen?
Bor kommt in der Medizin zwar vor, aber „borhaltig“ heißt nicht automatisch „harmlos“. Entscheidend ist, welche borhaltige Spezies entsteht, wie reaktiv sie ist, wie schnell sie abgebaut/ausgeschieden wird und ob es individuelle Ausreißer gibt. Ohne Daten bleibt auch das eine Unbekannte.
Wie sieht die rechtliche Lage in Deutschland rund um 1Fe-LSD und 1BP-LSD aus (Stand Anfang 2026)?
Als Momentaufnahme aus Januar 2026 werden beide Substanzen nicht explizit im NpSG gelistet. Die Rechtslage kann sich jedoch schnell ändern. Falls Du auf den Laufenden gehalten werden willst, dann melde Dich unbedingt für unseren Newsletter an.
Welche Punkte sind für eine selbstbestimmte Entscheidung am wichtigsten?
Wenn man es nüchtern runterbricht:
- Datenlage akzeptieren: Vieles ist plausibel, wenig ist belegt.
- Produktrealität zählt: Analytik, Reinheit, Transparenz sind oft relevanter als Theoriedebatten.
- Psychisches Risiko ernst nehmen: Set und Setting, Vorerkrankungen, aktuelle Belastung.
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