
Artsy Shot: Hands-free
Ein Beitrag von Kate
Executive Summary
Psychedelische Therapie gilt als Hoffnungsträger für Menschen mit Depressionen, Traumata und anderen psychischen Erkrankungen – doch in Deutschland ist sie bislang nicht legal zugänglich. Wir beleuchten daher aktuelle Forschungsergebnisse, persönliche Geschichten aus der Initiative PsychedeliCare und erklären, warum kontrollierte therapeutische Zugänge so dringend nötig sind. Gleichzeitig zeigen wir auf, wie Du selbst aktiv werden kannst – für eine strahlende Zukunft der psychischen Gesundheit.
Während psychische Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zunehmen, steckt das öffentliche Therapieangebot fest: Lange Wartezeiten, überforderte Systeme und ein wachsender Bedarf treffen auf zu wenig Ressourcen. Gleichzeitig erleben wir nicht nur im Kollektiv, sondern auch in der psychedelischen Forschung (endlich) eine Renaissance – und mit ihr Hoffnung auf neue Wege in der Behandlung psychischer Leiden.
☝🏻 Disclaimer: Bitte beachte unbedingt unsere Risikohinweise.
Psychedelische Therapie: Ein kollektiver Schmerz trifft auf kollektives Potenzial
Egal ob Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder Suchterkrankungen – viele Menschen, vielleicht auch Du, kennen den Schmerz, wenn innere Zustände das Leben dominieren. Und viele suchen nach neuen Wegen. Psychedelische Substanzen – sei es Psilocybin, LSD oder MDMA – zeigen in klinischen Studien vielversprechende Ergebnisse: Sie helfen, festgefahrene Denkstrukturen zu durchbrechen, emotionale Blockaden zu lösen und sich mit verdrängten Anteilen zu versöhnen.
In Ländern wie Australien und der Schweiz sind bereits erste Anwendungen in klinischen Settings erlaubt. Auch in Deutschland wächst der Druck – unter anderem dank Initiativen wie PsychedeliCare, die sich für die kontrollierte Legalisierung psychedelischer Therapie einsetzen.
Psychotherapie mit Psychedelika: Zwischen Selbstverantwortung und therapeutischer Begleitung
Immer mehr Menschen wagen psychedelische Erfahrungen auf eigene Faust. Sie informieren sich wie bei uns auf dem Blog online und tauschen sich in Communities aus – und machen oft wertvolle Erfahrungen. Gerade wenn der eigene Background stabil ist, die Themen klar benennbar sind und das Setting stimmt, kann dies ein kraftvoller Weg der Selbstheilung sein.
Doch nicht jede:r hat die nötigen Ressourcen, das Wissen oder die innere Stabilität, um große psychische Themen allein zu navigieren. Gerade bei Traumata, Angststörungen oder langjährigen depressiven Zuständen kann eine psychedelische Erfahrung auch überfordern, retraumatisieren oder in die Isolation führen.
Deshalb ist es kein Widerspruch, beides zu denken: Selbstverantwortung und Selbstheilung sind möglich – doch manche Menschen benötigen zusätzlich Sicherheit, Rückhalt und professionelle Begleitung durch eine psychedelische Therapie.
Doch was ist psychedelische Therapie überhaupt?
Psychedelische Therapie bedeutet nicht, einfach Substanzen zu konsumieren. Es geht um eine gezielte, therapeutisch begleitete Erfahrung mit Substanzen wie Psilocybin (aus Pilzen), LSD oder MDMA.
In strukturierten Sessions werden innere Konflikte, Traumata und festgefahrene Muster emotional erlebbar gemacht und neu verarbeitet. Neurowissenschaftliche Studien belegen, dass Psychedelika unterstützen können, neuronale Verbindungen im Gehirn neu zu verschalten – die sogenannte „Neuroplastizität“ steigt, das Ego tritt zurück, verdrängte Emotionen werden greifbar.
Weltweit beschäftigen sich renommierte Institutionen mit dem therapeutischen Potenzial psychedelischer Substanzen. Besonders im Fokus der psychedelischen Therapie stehen:
Psilocybin (Wirkstoff aus „Zauberpilzen“): Die Johns Hopkins University veröffentlichte Studien, in denen eine Einzeldosis bei schwerer Depression binnen Wochen signifikante Besserung brachte – teils bei Patient:innen, bei denen andere Therapien versagten.
MDMA: In den Phase-3-Studien der US-Organisation MAPS (Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies) zeigte sich, dass über 67 % der Teilnehmenden mit PTBS nach drei MDMA-unterstützten Therapiesitzungen keine Diagnosekriterien mehr erfüllten.
LSD & Ketamin: Auch diese Substanzen werden aktuell in verschiedenen Pilotprojekten erforscht – vor allem zur Behandlung von Suchtverhalten, Depressionen und existenziellen Krisen in der Palliativmedizin.
Die Wirksamkeit zeigt sich besonders bei sogenannten behandlungsresistenten Patient:innen, also Menschen, bei denen klassische Psychotherapie und Medikamente keine ausreichende Wirkung zeigen. Viele Studien betonen zudem: Nicht die Substanz allein heilt – sondern die Kombination aus Substanz, Setting und professioneller Integration.
Stimmen aus der Initiative – warum psychedelische Therapie in Deutschland notwendig ist
Die Legalisierung psychedelischer Therapien in Deutschland – bzw. ganz Europa – ist für viele kein abstraktes Konzept – sondern eine tief persönliche Angelegenheit. Drei Menschen aus der Initiative der PsychedeliCare berichten, wie psychedelische Erfahrungen ihr Leben verändert haben und warum sie sich heute aktiv für die Legalisierung psychedelischer Therapie einsetzen:
Annina:
„Ich bin davon überzeugt, dass wenn mehr Menschen die Möglichkeit haben, sich [mit Hilfe von Psychedelika]mit ihren ganz persönlichen Problemen auseinanderzusetzen, einen besseren Zugang zu ihren Emotionen bekommen oder ihre Naturverbundenheit wieder entdecken, dies uns als Gemeinschaft stärken und helfen wird, die aktuellen Krisen des Klimawandels und der wachsenden sozialen Ungleichheit zu bewältigen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir bei denjenigen anfangen, die es am nötigsten haben.“
Gunnar:
„Meine erste Reise mit Zaubertrüffeln hat mich wieder mit meinen Emotionen verbunden und mir dabei geholfen, ein für mich schweres Thema, das mich seit 30 Jahren begleitet, zu bewältigen bzw. einen besseren Umgang damit zu finden. Meine höchstdosierte LSD-Erfahrung hat mir dann gezeigt, wer ich bin und wonach ich mein Leben ausrichten möchte. Beide Erfahrungen gehören zu den wichtigsten, die ich je gemacht habe. Es wurde mir daher ein Herzensanliegen, anderen Menschen einen sicheren und legalen Zugang zu Psychedelika und damit zusammenhängenden Behandlungen zu ermöglichen – gerade für diejenigen mit geringen finanziellen Mitteln oder schweren Erkrankungen.“
Ralf:
„Mehrere Therapien, mit und ohne Psychopharmaka, verliefen ohne durchschlagenden Erfolg. Doch Dank MDMA durfte ich einen emotionalen Durchbruch erleben. Dabei ist etwas ins Rollen gekommen und mein Inneres fühlt sich seither weniger starr und verschlossen an – dennoch hat es mich nicht ans Ziel gebracht. Es entstand das Bedürfnis, diese Erfahrungen therapeutisch begleiten zu lassen, aber dies ist in Deutschland nicht möglich, wenn man nicht das Glück hat, Proband in einer entsprechenden Studie zu werden. Aus diesen Erfahrungen heraus bin ich von dem therapeutischen Potenzial von Psychedelika überzeugt und wünsche mir, dass eine Psychedelika-assistiere Therapie mir und allen anderen, denen es ähnlich geht, legal zur Verfügung stünde.“
[Die vollumfänglichen Zitate findest Du am Ende des Blogbeitrages.]
Diese Stimmen sind keine Einzelfälle, sie verdeutlichen uns nur, was für ein enormes Heilungspotential tagein, tagaus verloren geht, wenn wir nicht endlich die Heilungsräume schaffen, die so viele Menschen verdient haben. Doch es gibt Hoffnung!
Warum wir JETZT handeln und LSD-Therapien ermöglichen müssen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Deutschland warten Betroffene im Schnitt 5 Monate auf einen Therapieplatz. Bei manchen ist die Wartezeit noch deutlich länger. Gleichzeitig belegen Studien mit Psilocybin und MDMA mittlerweile deutlich und wiederholt, dass viele Patient:innen bereits nach wenigen gut begleiteten Sessions, wie z.B: psychedelische Therapien mit Pilzen, eine spürbare Besserung erleben – teils sogar vollständige Remission.
Wir brauchen daher nicht nur mehr Forschung, sondern auch mehr politischen Mut und ein gesellschaftliches Umdenken zu psychedelischen Therapien. Sowie ein Umdenken zu Psychedelika im Allgemeinen. Eine Petition zur Legalisierung psychedelischer Therapie in Europa läuft bereits – und jede Unterschrift zählt, daher Teile die Petition mit so vielen Menschen wie Du nur kannst. Bis 2026 werden insgesamt eine Millionen Unterschriften benötigt – es ist noch einiges zu tun.
👉 Unterschreibe hier und werde Teil der Bewegung! Damit rettest Du womöglich ein Leben 💜
Psychedelische Psychotherapie und was Du selbst tun kannst
Du hast vielleicht schon eigene Erfahrungen mit Psychedelika gemacht – oder spielst mit dem Gedanken. Vielleicht begleitest Du andere oder bist einfach auf die psychedelische Therapie neugierig. In jedem Fall gilt: Je besser Du Dich vorbereitest, desto größer ist das Potenzial für Erkenntnis und Heilung. Gleichzeitig solltest Du die Grenzen dessen anerkennen, was alleine möglich ist. Wenn Du spürst, dass tiefer liegende Themen anklopfen, suche Dir Begleitung – sei es im Freundeskreis, durch Coaching oder therapeutischen Angeboten.
Wir vom Psychedelika Club setzen uns dafür ein, dass beides möglich ist: Selbstbestimmung und Verantwortung. Wir unterstützen Dich mit Wissen, unserem Shop und unserer Community – und freuen uns über jede Person, die sich für einen integren, heilsamen und legalen Umgang mit Psychedelika, Microdosing, Fliegenpilz-Pulver und mehr stark macht.
Denn mentale Gesundheit geht uns alle an.
🙏🏻 Feedback: Dir hat dieser Beitrag gefallen oder weitergeholfen? Du hast Lob, Kritik oder sonstiges Feedback dazu? Dann würden wir uns immens über eine E-Mail an mail@psychedelika.club oder eine Bewertung auf Google freuen.
Die Stimmen aus der PsychedeliCare-Initiative zur LSD-Therapie
Wie versprochen findest Du hier die ungekürzten Zitate dreier inspirierender Menschen, die sich in Deutschland mit großem Engagement für die Legalisierung von psychedelischer Therapie einsetzen. Ihre Geschichten zeigen eindrücklich, warum ein sicherer, begleiteter Zugang zu Psychedelika so dringend notwendig ist.
Annina
„Schon als Teenagerin war ich neugierig auf Psychedelika. Mit 20 probierte ich zum ersten Mal Psilocybin – später kamen LSD, Meskalin und MDMA dazu. Diese Erfahrungen haben mich tief geprägt, insbesondere in meinen Werten. Ich habe erkannt, wie viel Kraft in Gemeinschaft steckt und wie wichtig Vertrauen ist, um echte Veränderung zu bewirken.
Ende 2023 hatte ich meine erste intensive Erfahrung mit MDMA. Sie hat den Wunsch in mir verstärkt, den Zugang zu psychedelischen Heilmitteln für andere Menschen zu ermöglichen. Kurz darauf stieß ich über Telegram auf die Europäische Bürgerinitiative – und heute, ein Jahr später, koordiniere ich mit einem großartigen Team die Arbeit von PsychedeliCare in Deutschland.
Wir setzen uns dafür ein, dass besonders Menschen mit hohem Leidensdruck – etwa durch Depressionen, PTBS, Sucht oder andere psychische Herausforderungen – legal und sicher Zugang zu Psychedelika und professioneller Begleitung erhalten.
Meine Vision: Psychedelika sollten für alle Menschen zugänglich sein. Ich bin überzeugt, dass sie uns helfen können, uns selbst besser zu verstehen, mit unseren Emotionen in Kontakt zu kommen – und letztlich auch, gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimakrise und soziale Ungleichheit gemeinsam zu meistern. Dafür müssen wir mit denen anfangen, die es am meisten brauchen.“
Gunnar
„Während der Corona-Pandemie geriet mein Leben ins Wanken – beruflich, emotional, persönlich. Ich hatte mich selbst verloren und suchte Orientierung. In dieser Zeit begann ich, mich intensiv mit dem Thema Psychedelika zu beschäftigen – zunächst theoretisch, dann auch praktisch.
Meine erste Reise mit Zaubertrüffeln half mir, wieder Zugang zu meinen Emotionen zu finden. Ich konnte ein Thema bearbeiten, das mich über 30 Jahre begleitet hatte. Eine spätere, hochdosierte LSD-Erfahrung zeigte mir schließlich, wer ich bin – und was mir wirklich wichtig ist. Diese Erfahrungen gehören zu den prägendsten meines Lebens.
Mir wurde klar, wie vielen Menschen psychedelische Erfahrungen helfen könnten – gerade denen, die keinen Zugang zu therapeutischer Hilfe haben. Deshalb engagiere ich mich heute bei PsychedeliCare. Ich wünsche mir eine Zukunft, in der auch Menschen mit geringem Einkommen oder schweren Diagnosen legal und sicher mit Psychedelika arbeiten können.“
Ralf
„Ich lebe seit etwa 20 Jahren mit einer psychischen Erkrankung – vermutlich einer chronischen Depression. Zahlreiche Therapien, mit und ohne Medikamente, blieben ohne nachhaltigen Erfolg. Nach vier Jahren intensiver Therapie verlor ich die Hoffnung auf Besserung – doch dann stieß ich auf die Forschung zu Psychedelika.
Ich hatte bereits erste Erfahrungen im Freizeitkontext gesammelt. Irgendwann fasste ich den Mut, MDMA gezielt einzusetzen. Und tatsächlich: Nach einer MDMA-Session kam eine alte, tief vergrabene Erinnerung hoch und ich hatte einen emotionalen Durchbruch, den ich so in den Jahren Therapie nie erlebt hatte. Ich habe viel geweint – und etwas in mir begann sich zu lösen. Mein Inneres fühlt sich seither weniger starr an. Es war nicht die Lösung – aber ein Anfang. Dabei entstand das Bedürfnis, diese Erfahrungen therapeutisch begleiten zu lassen. Doch genau das ist in Deutschland kaum möglich – außer man hat das Glück, Teil einer Studie zu sein. Durch meine Erfahrungen bin ich heute überzeugt: Psychedelika besitzen enormes Heilungspotenzial. Dennoch oder gerade deswegen wünsche ich mir, dass es Menschen, denen es ähnlich wie mir geht, passende psychedelische Therapien zur Verfügung stehen.“
FAQ rund um die psychedelische Therapie
Was ist psychedelische Therapie?
Psychedelische Therapie umfasst den gezielten Einsatz von psychedelischen Substanzen wie Psilocybin, LSD oder MDMA in einem strukturierten, therapeutisch begleiteten Setting. Ziel ist es, emotionale Blockaden zu lösen, festgefahrene Denkmuster zu durchbrechen und tiefsitzende Traumata zu bearbeiten. Diese Therapieform setzt auf die neuroplastischen Effekte der Psychedelika, die die Flexibilität des Gehirns fördern und das Bewusstsein erweitern.
Welche psychedelischen Substanzen werden in der Therapie verwendet?
In der psychedelischen Therapie werden Substanzen wie Psilocybin (aus sogenannten „Zauberpilzen“), LSD und MDMA in klinischen Studien erforscht, da sie vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und Angststörungen gezeigt haben. Eine bekannte Studie der Johns Hopkins University (Studie 2016) belegte beispielsweise, dass Psilocybin eine signifikante Verbesserung bei Patienten mit behandlungsresistenter Depression bewirken kann . Auch MDMA hat in Phase-3-Studien der Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS) gezeigt, dass mehr als 67 % der Teilnehmer mit PTBS nach nur drei MDMA-unterstützten Therapiesitzungen keine Diagnosekriterien mehr erfüllten . Darüber hinaus wird auch Ketamin in therapeutischen Kontexten untersucht, insbesondere zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen, wie es in Studien des American Journal of Psychiatry (2020) dokumentiert wurde . Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Einsatz dieser Substanzen derzeit in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, gesetzlich nicht zugelassen ist und ihre Anwendung ausschließlich im Rahmen wissenschaftlicher Studien oder unter professioneller, kontrollierter Aufsicht erfolgen sollte.
Was sind die Vorteile von psychedelischer Therapie?
Psychedelische Therapie kann dabei helfen, emotionale Blockaden zu lösen, festgefahrene Denkmuster zu überwinden und tief verborgene emotionale Probleme an die Oberfläche zu bringen. In verschiedenen klinischen Studien wurden vielversprechende Ergebnisse erzielt, insbesondere bei behandlungsresistenten Patienten, die mit traditionellen Therapien und Medikamenten nicht ausreichend behandelt werden konnten. Ein Beispiel ist die Studie der Johns Hopkins University (2020), in der Psilocybin bei Menschen mit behandlungsresistenter Depression eingesetzt wurde und signifikante Verbesserungen im emotionalen Zustand der Teilnehmer zeigte. Auch die Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS) veröffentlichte 2021 eine Phase-3-Studie, die zeigte, dass MDMA in der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) signifikante therapeutische Erfolge erzielte – mehr als 67 % der Teilnehmer wiesen nach nur drei MDMA-unterstützten Sitzungen keine Diagnosekriterien mehr auf.