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Die Phasen eines LSD-Trips

Artsy Shot: Being the Flow

Ein Beitrag von Alexander und Kate

 

Executive Summary

Mithilfe dieses Beitrags kannst Du Dir ein Bild davon machen, wie ein LSD-Trip grob abläuft und was Dich in seinen fünf wunder-vollen Phasen erwartet: Wir rollen los, heben langsam aber sicher ab, erreichen einen atemberaubenden Höhepunkt, gehen von dort zum Sinkflug über und landen dann wieder am Boden der Realität – die Umschreibung „verreist“ trifft es daher ganz gut!

Bitte beachte: Dieser Beitrag ist ein Spin-off aus unserem Acid 101 (LSD-Anleitung). Sofern Du den also schon verschlungen hast, darfst Du Deinen Wissensdurst gerne mit einem anderen unserer Artikel stillen – wie wäre es z. B. mit unserem Microdosing 101?

 

Eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt wird – insbesondere von Neugierigen ohne LSD-Erfahrung – lautet: Wie kann man sich so einen LSD-Trip eigentlich vorstellen? Jede Erfahrung ist zweifelsohne einzigartig, selbst für erfahrene Psychonauten. Dennoch gibt es Phasen, die unserer Ansicht nach in den meisten Trips durchlaufen werden und diese wollen wir Dir nicht vorenthalten. Eine grobe Vorstellung davon zu haben, was einen erwartet, kann die eigene Reiseplanung und -Durchführung sicherlich erleichtern. Denn wenn man erst nach der Einnahme feststellt, dass ein Trip länger als zwölf Stunden dauert, kann das durchaus überfordernd oder sogar beängstigend sein. In diesem Sinne präsentieren wir Euch hiermit die fünf Phasen eines Trips in kompakter Form.

Es ist wichtig zu betonen, dass wir uns für die Zwecke dieses Artikels auf die „normale Dosis“, also ~150 µg, die von Koryphäen oft zärtlich auch einfach nur Trip oder Macrodosing bezeichnet wird, beziehen. Das entspricht nämlich zufällig (oder absichtlich?) der Dosierung der meisten handelsüblichen LSD-Blotter (kurzer Refresher: Blotter sind Pappen, auf die zur leichteren Dosierung und effizienteren Distribution flüssiges LSD geträufelt wird). Erfahrungen mit anderen Dosierungen können davon massiv abweichen – im Guten wie im Schlechten, aber dazu werden wir zu einem späteren Zeitpunkt andere Blog-Beiträge veröffentlichen.

Um die phantastischen Phasen eines LSD-Trips besser nachvollzieh- und leichter vorstellbar für Dich zu machen, bedienen wir uns an reichlich Metaphern aus der Luftfahrt. Zumal Du den Vergleich vermutlich auch recht gut nachvollziehen können wirst, solltest Du selbst schon einmal von der verbotenen Frucht gekostet haben.

☝🏻 Disclaimer: Bitte beachte unbedingt unsere Risikohinweise.

 

„Losrollen“ (die erste Stunde)

Die meisten Menschen (Mathematiker pflegen zu sagen µ ± 2σ ≈ 95%) verspüren die ersten Effekte von LSD rund 20 bis 40 Minuten nach Einnahme. Davor überkommt uns manchmal ein kribbelndes Gefühl der Nervosität aufgrund der latent im Raum liegenden Befürchtung, etwas Gefährliches oder Verbotenes und damit Falsches zu tun. Diese Angst weicht alsbald einer leisen Vorahnung, dass gleich etwas Episches und Wichtiges passieren wird. Wir nehmen Farben intensiver wahr und es kann passieren, dass wir uns in kleinen Dingen verlieren. Manchmal verspüren wir eine Übelkeit, die in der Regel nach zehn, selten aber nach mehr als 20 Minuten wieder verschwindet und durch die wir uns mit tiefen Atemzügen behelfen können. Wir werden immer ruhiger, um schließlich die Türe zur nächsten Phase zu öffnen:

 

„Abflug“ (die zweite Stunde)

Nach 60 bis 90 Minuten spüren wir die Effekte von LSD in der Regel recht deutlich: Farben werden noch intensiver, Geräusche klangvoller, wir werden achtsamer und die letzten Reste an Nervosität verblassen gänzlich. Unsere Wahrnehmung wird zunehmend überwältigender und es wird immer schwieriger, normalen Dingen des Alltags nachzugehen. Spätestens nach 90 Minuten verspüren die meisten Leute einen Drang, sich hinzulegen. Ähnlich wie bei Flügen im Flugzeug gilt nun: Anschnallen, denn wir befinden uns im Abflug. Es empfiehlt sich an dieser Stelle, im Vorfeld vorbereitete Musik anzuwerfen und die Augen zu schließen, denn Melodien werden vollumfänglicher wahrgenommen als üblich und möglicherweise lassen sich bereits Dinge sehen, die im nüchternen Zustand nicht da sind. Jetzt geht es richtig los! Wir sind in voller Geschwindigkeit dabei, unsere Reiseflughöhe zu erreichen.

 

„Höhepunkt“ (Stunde drei bis fünf; also die nächsten drei Stunden)

Es bietet sich an, den Höhepunkt, der im Englischen liebevoll als Peak bezeichnet wird, liegend und mit einer gescheiten Augenmaske* zu verbringen. Gute Musik ist selten eine schlechte Idee. Unsere motorischen Fähigkeiten nehmen deutlich ab, sodass sonst triviale Tätigkeiten wie Essen oder Trinken sich als schwierig gestalten können. Wer jetzt noch mit weit aufgerissenen Augen dasitzt und sich dagegen sträubt, sich hinzulegen und einfach loszulassen, der kämpft entweder gegen die dunklen Mächte innerer Widerstände oder hat eine (für sich) zu niedrige Dosis konsumiert – Menschen sind verschieden. Wer hingegen das notwendige Vertrauen mitbringt und keine Flugangst hat, befindet sich nun vermutlich in den unfassbaren Untiefen seines Unterbewusstseins – oder auf einer Reise in eine unbekannte Welt. Wir haben das Gefühl, Musik zum ersten Mal wirklich zu hören; es ist gut möglich, dass wir fabelhafte Visionen vor geschlossenen Augen haben; und wir fühlen uns, als wären wir verdammt weit weg von unserem normalen Leben. Alltägliche Dinge wie Arbeit, Wochentage oder Geld, aber auch komplexere Konzepte wie Zeit, Raum und Wahrnehmung erscheinen abstrakt oder ergeben gefühlt keinen Sinn mehr. Die Filter, mit denen wir durch die Welt und unser Leben gehen, wie soziale Normen oder Etiquette, persönliche Wertvorstellungen oder Überzeugungen, Gesetze und dergleichen werden abgelegt und wir nehmen uns selbst, die Welt und das Universum so wahr, wie wir wirklich sind. Und es ergibt gefühlt auch keinen Sinn zu versuchen, den Peak in weitere Worte zu fassen, denn: Worte reichen nicht.

 

„Sinkflug“ (Stunde sechs bis zehn; also die nächsten fünf Stunden)

Sobald wir zum ersten Mal das Gefühl haben, wieder nüchtern zu sein, setzen wir zum Sinkflug an. Oftmals geschieht das, wenn wir auf Toilette müssen oder den kribbelnden Drang verspüren, von unserer vormals liegenden Position aufzustehen, um festzustellen, dass wir an Flughöhe verloren haben. Der Eindruck, man sei wieder nüchtern, kommt und geht (Spoiler: wir sind es nicht). Jetzt beginnt der Teil, in dem man an sich und seinen Problemen arbeiten kann (und soll!), denn das Unterbewusstsein ist praktisch nach außen gestülpt und man kann dabei praktischerweise seine Gehirnstrukturen neu vernetzen. Im Sinkflug denken wir viel nach, fühlen, tanzen, lachen, weinen; und machen uns hoffentlich viele Notizen, denn unsere Aufmerksamkeits­spanne ist extrem kurz (man denke an einen Goldfisch). Es kann zu herausfordernden Momenten kommen, denen wir uns entweder stellen, was unserer Empfehlung entspricht, oder die wir mit der Goldfisch-Methode (aka Ablenkung) aus unserem akuten Bewusstsein schaffen. Manchmal werden wir auch Opfer gezielter Goldfisch-Angriffe unseres Gehirns, wenn wir versuchen, bisher verschlossen geglaubte Türen in unserem Unterbewusstsein zu öffnen, denn unser Unterbewusstsein hat diese Türen zu einem früheren Zeit absichtlich abgesperrt, um sich selbst zu schützen (mind is strong). Solche Attacken können ernsthaft unangenehm und/oder überfordernd, in manchen Fällen gar überwältigend sein. Den meisten unserer Gedanken wohnt eine enorme, aber oft scheinbare Wichtigkeit inne und es ist gut möglich (und völlig normal), dass wir eine starke innere Unruhe verspüren. Das Lösen eventuell mitgebrachter Probleme geht oft überraschend leicht von der Hand, weil wir sie von einem frischen Blickwinkel sehen. Spaziergänge – insbesondere in der Natur – können uns dabei helfen, den Kopf freizubekommen. Und sobald wir beginnen, eine tiefe Erschöpfung zu verspüren, die an die Stelle des bis dahin dagewesenen Gedanken- und Tatendrangs treten, wissen wir, dass die Reifen ausgerollt sind und wir uns vom Sinkflug zur Landung begeben.

 

„Landung“ (Stunde zehn bis [mehr oder weniger] nüchtern; meist rund zwei bis fünf weitere Stunden)

Alle schönen Dinge gehen zu Ende, das ist bei LSD-Ausflügen nicht anders. Die weiter oben beschriebenen Effekte verschwinden zunehmend, wir werden wieder Herr oder Herrin über unsere motorischen Fähigkeiten und die gewohnten Filter, mit denen wir unsere kunterbunte Welt sehen, wahrnehmen und be- oder verurteilen, setzen wieder ein. Man kommt herunter; im Englischen spricht man vom sogenannten Comedown. Für manche ist das entspannt und geht mit einer tiefen Zufriedenheit einher; für manche andere kann das ziemlich erschlagend wirken, wie der erste Arbeitstag nach einem sehr langen Urlaub. In jedem Fall ist die Reise jetzt zu Ende, wir dürfen uns wieder abschnallen und das Flugzeug verlassen. Es bietet sich an, das Gesehene, das Geschehene und das Erlebte Revue passieren zu lassen und damit anzufangen, es zu verarbeiten. Journaling eignet sich bestens für diese Zwecke. Danach ruhen wir uns aus, und zwar am besten mit Schlaf – denn es war eine lange Reise.

 

Outro

LSD-Trips können vergleichsweise gut mit herkömmlichen Flugreisen verglichen werden. In diesem Beitrag haben wir die möglichen Phasen eines Trips präsentiert. Dank unseres Reiseplans hast Du bei Deinem nächsten LSD-Abenteuer nun also hoffentlich weder das Gefühl noch die Befürchtung, auf ein schwarzes Loch zuzusteuern – unabhängig davon, ob das gut oder schlecht wäre. Und falls Du Dich nun noch mehr für eine psychedelische Reise interessierst, gibt es eine Reihe von Aspekten, die Du unbedingt berücksichtigen solltest. Dazu gehören z. B. die sogenannten Fünf Musketiere: Intention, Set, Setting, Dosierung und Integration. Für eine optimale Reisevorbereitung legen wir Dir daher wärmstens unseren Grundlagenbeitrag Acid 101 (LSD-Anleitung) ans Herz. Die darin zu investierende Zeit lohnt sich – versprochen!

 

🙏🏻 Feedback: Dir hat dieser Beitrag gefallen oder weitergeholfen? Du hast Lob, Kritik oder sonstiges Feedback dazu? Dann würden wir uns immens über eine E-Mail an mail@psychedelika.club oder eine Bewertung auf Google freuen.

Risikohinweise

Jeder Konsum von psychoaktiven Substanzen, egal ob legaler oder illegaler Art, birgt Risiken. Personen, die noch nicht volljährig sind oder bei denen eine psychische Erkrankung besteht bzw. ein Verdacht auf eine solche vorliegt, wird ausdrücklich vom Konsum von Psychedelika abgeraten.

Die hier geschilderten Erlebnisse sind subjektive Erfahrungsberichte. Sie erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit und wollen zur Auseinandersetzung mit dem Thema eine Bewusstseinskultur anregen. Hierzu gehört insbesondere auch die eingehende Beschäftigung mit weiteren Quellen (z. B. anderen Erfahrungsberichten und wissenschaftlichen Studien), den Risiken und der Rechtslage im eigenen Land. Die Darstellung auf diesem Blog erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen, kann jedoch eine eigene kritische Auseinandersetzung mit dem Thema nicht ersetzen, sondern nur einen Beitrag dazu leisten, sich ein möglichst vollständiges Bild zu machen.

Unüberlegter und unbeaufsichtigter Konsum sowie Missbrauch zu bloßen Rauschzwecken ist gefährlich und entspricht nicht unserer Überzeugung. Wir positionieren uns als Bestandteil der Bewusstseinskultur und appellieren an die Eigenverantwortlichkeit aller Interessierten sowie daran, die landesspezifischen Gesetze über den Umgang mit psychoaktiven Substanzen (z. B. BtMG in Deutschland, BetmG in der Schweiz, SMG in Österreich) einzuhalten.

Wir nehmen explizit keinen Bezug auf Forschungschemikalien wie 1S-LSD, 1T-LSD oder 1D-LSD, da diese nicht für den menschlichen Konsum bestimmt sind.

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